Die Entwicklung des Mobilen Internet

… sieht, wenn man die Zuwächse der letzten Jahre zu Grunde legt, durchaus viel versprechend aus: 10,6 Millionen Menschen über 14 Jahren nutzten im August das Internet “für die Hosentasche” - etwa 16% der Bevölkerung Deutschlands - eine Verdreifachung seit 2006. Und doch sieht die Unternehmensberatung Deloitte darin noch keinen “Durchbruch zum Massenmarkt”. Damit der gelingt, so heißt es in einer aktuellen Studie, müssten von allen “Marktteilnehmern” noch einige Bedingungen erfüllt, und Herausforderungen gemeistert werden. So weit, so gut.

Und dazu zählt nicht nur der schon übliche Ruf nach preiswerteren und transparenteren Gebühren sowie innovativen Diensten. Sondern auch die Erkenntnis, dass der Nutzer, wie schon im stationären Web 2.0, nun auch im mobilen Internet, der Dreh- und Angelpunkt aller Angebote werden muss. Nur wenn er einen echten “Mehrwert”, also den Sinn und Nutzen eines Angebots, seinen persönlichen Vorteil darin, erkennt, werden solche Angebote auch massenhaft genutzt werden.

Für jeden, der die erfolgreiche Entwicklung des Web 2.0 in den letzten Jahren auch nur oberflächlich verfolgt hat, dürfte das wahrlich keine neue Erkenntnis sein. Die Nutzer haben das Ganze nicht nur angestoßen, sondern sie waren auch entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg jedes neues Angebots in diesem Bereich.  Das mag eine, für eine Unternehmensberatung ganz und gar ungeheuerliche Erkenntnis sein, für die Nutzer ist es inzwischen eine Binsenwahrheit. 

Viel entscheidender für uns, als hoffnungsfrohe Weggenossen in die mobile Internet-Zukunft, wie auch für die Anbieter der neuen Dienste ist eine ganz andere Frage: Wie wollen wir alle mit einander das mobile Internet nutzen? Offensichtlich erwarten wir mehr als nur die Option, unsere Mails nun auch unterwegs lesen und beantworten zu können. Auch wenn das ein ebenso notwendiger wie hilfreicher Schritt war. Auch die interaktive Nutzung der auf das erdenkliche Minimum an Information und deren Vermittlung eingedampfter “Blog-Einträge” á la “Twitter” dürfte auf Dauer nicht nur Freude auslösen. Genau so undenkbar ist allerdings auch die Lektüre längerer und gar anspruchsvollerer Texte auf den Screens heutiger mobile Endgeräte. Zumal Texte und Webseiten nicht nebenbei konsumiert werden können, wie Musik und Podcasts. 

Wirklich innovative mobile Servieces dürften also nicht nur auf Texte, sondern mindestens ebenso auf Audio-Elementen und allenfalls schnell erfassbaren Icons basieren. Genau so wichtig ist ihre Aktualität. Insbesondere wenn die ebenso Zeit-, wie Situations- und Umgebungsbezogen ist. Wer möchte schon an einer windigen Straßenecke eine Abhandlung über die Entstehung und Entwicklung der Pizza im allgemeinen studieren. Ein kurzer Hinweis auf ein ebendort erhältliches, besonders schmackhaft und frisch zubereitetes Exemplar der Gattung, mag dagegen sicher so manchen Nutzer entzücken.

Das wäre also schon mal eine recht nützliche mobile Web-Applikation. Doch richtig “sexy” ist sie noch nicht. Oder würde sich deshalb schon jemand ein webfähiges Handy nebst monatlich zu begleichendem mobilen Datenplan zulegen? Sicher nicht. Was also wollen wir so sehr, dass wir dafür sogar zum Einkauf schreiten würden?

Wer entsprechende Ideen hat, kann sie nicht nur und sehr gern hier zur Diskussion stellen, sondern damit, entsprechende Vermarktung vorausgesetzt, auch gutes Geld verdienen. Also: Lasst die Ideen sprudeln!

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